Die Unia plant eine Initiative gegen die masslosen Sonntagsverkäufe in Chur

Das Churer Ladenöffnungszeitengesetz sieht zwei Sonntagsverkäufe im Jahr vor. Eine gravierende Gesetzesergänzung erlaubt es jedoch der Stadtpolizei, bei „Veranstaltungen oder anderen Anlässen“, weitere Sonntagsverkäufe zu bewilligen. Dieses Jahr wurde sogar Weihnachten zu einer solchen Veranstaltung ernannt.

Die Angestellten im Verkauf werden über die Weihnachtszeit gleich mehrfach gefordert. Auf der einen Seite ist die hohe Kundenfrequenz, welche zu einer grossen Stressbelastung am Arbeitsplatz führt, auf der anderen Seite sind die VerkäuferInnen mit diversen Sonntagsverkäufen im November und Dezember konfrontiert. Als wäre das noch nicht genug, entschied die Churer Stadtpolizei den Sonntagsverkauf an Heiligabend in der Stadt Chur zu bewilligen. Weihnachten verkommt so für die VerkäuferInnen zur stressigen Farce, ausgelöst durch die liberale Gesetzgebung der Stadt Chur, die es der Polizei erlaubt, über Sonntagsverkäufe nach Belieben zu entscheiden. 

Die Gewerkschaft Unia will das Ladenöffnungszeitengesetz mit einer Initiative anpassen

Während bereits der Kanton St.Gallen und der Kanton Thurgau die Sonntagsverkäufe an Weihnachten nicht bewilligte, hält die Stadt Chur, zum Nachteil der VerkäuferInnnen, weiterhin an ihrer Praxis fest. Gemäss einer Umfrage sprechen sich jedoch über 90% der 800 Befragten gegen Sonntagsverkäufe an Weihnachten aus. Die Stadtpolizei handelt daher mit ihrer Bewilligungspraxis diametral gegen die Interessen der Bevölkerung.

Dieser Missstand muss durch eine Anpassungen des Ladenöffnungszeitengesetzes behoben werden. Die Gewerkschaft Unia plant nun die Lancierung einer Initiative zur Anpassung des Gesetzes mit dem Ziel, der Stadtpolizei die Hoheit über den Entscheid für Sonntagsverkäufe zu entziehen und somit das Gesetz dem Willen der Bevölkerung anzupassen. Die Initiative soll nächstes Jahr lanciert werden.