Resolution der Delegiertenversammlung der Unia Region Ostschweiz-Graubünden

Gute Pflege braucht genügend Personal

Die Kolleginnen und Kollegen in den Alters- und Pflegeheimen stehen unter Druck: Die Kostenoptimierungspolitik der Heime führt zu Personalmangel und Stress. Immer weniger Pflegende sind für immer mehr Bewohnerinnen und Bewohner zuständig. Dies hat für die Pflegenden fatale Folgen. Bereits heute steigen 46% vorzeitig aus dem Beruf aus und gemäss aktuellsten Zahlen haben 56% der Pflegefachpersonen in den Heimen die Absicht, zu kündigen. Darunter leidet letztendlich auch die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner.

Hinzu kommt, dass immer mehr gewinnorientierte Unternehmen den „Markt“ Alterspflege entdecken; selbst die Credit Suisse empfiehlt ihren Kundinnen und Kunden in Alters- und Pflegeheime zu investieren. Ketten wie Senevita oder Tertianum fahren grosse Gewinne ein: Dies funktioniert nur auf Kosten des Personals und der Bewohnerinnen und Bewohner.

Die Delegierten der Unia Region Ostschweiz-Graubünden stellen fest:

  • Im Mittelpunkt der Langzeitpflege muss der Mensch stehen, nicht der Profit.
  • Es braucht umgehend Investitionen in mehr Personal.
  • Gute Pflege braucht gute Arbeitsbedingungen. Dazu braucht es gute, flächendeckende Gesamtarbeitsverträge.

Nur so können wir garantieren, dass die Bewohnerinnen und Bewohner, die ihr ganzes Leben lang gearbeitet haben, eine Pflege in Würde erhalten. Deshalb wird die Unia Region Ostschweiz-Graubünden mit zusätzlichen Ressourcen ihre Präsenz in den Heimen stärken und eine grossangelegte Organisierungskampagne in Pflege und Betreuung lancieren.